Patienteninformationen zur Blutegeltherapie

Bitte beachten Sie Folgendes: auch bei dieser Behandlung können Begleiterscheinungen auftreten. Sie sind in der Regel harmlos und vorübergehend.

Als Therapeutin werde ich Sie untersuchen und mit Ihnen Ihre bisherige Krankengeschichte (Anamnese) gründlich besprechen, um etwaige Hinderungsgründe (Kontraindikationen) für die Blutegeltherapie auszuschließen.

Eine Gewähr für einen Erfolg kann, wie bei allen medizinischen Behandlungsmethoden, nicht übernommen werden.

Hier nun die wichtigsten Punkte, die beachtet werden müssen:

Hinweis zum Heilmittelwerbegesetz (§3 Nr.1): Bei der hier vorgestellten Behandlungsmethode handelt es sich um ein Verfahren der alternativen Medizin, die zum Teil wissenschaftlich noch nicht anerkannt ist. Alle Angaben über Eigenschaften, Wirkungen und Indikationen beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen innerhalb der Therapiemethode selbst.

Allgemein

  • Sind Sie Blutspender, sollte eine Behandlung mit Blutegeln frühestens 1,5-2 Monate nach der letzten Spende erfolgen.
  • Bringen Sie bitte -wenn vorhanden- Ihre aktuellsten Blutwerte mit. Sie sollten nicht älter als zwei Monate sein. Der Wert des Hämoglobins und/oder des Ferritins spielt für diese Therapie eine wichtige Rolle!
  • Eine bestehende Schwangerschaft und Stillzeit bedarf besonderer Absprache.
  • Eine Behandlung bei Kleinkindern ebenso.
  • Informationen zu den Behandlungskosten und deren Abrechnungsmöglichkeiten mit Ihrer (privaten) Krankenkasse entnehmen Sie bitte hier oder aus meinem Honorarvereinbarungsbogen, den ich Ihnen gerne aushändige.

Notwendige Informationen für die Therapeutin

  • Haben Sie eine bekannte Allergie (z.B. auf Bienenstiche, tierisches Eiweiß), oder wurden Sie bereits schon mit Blutegeln behandelt, wonach Sie anschließend eine stärkere allergieähnliche Reaktion hatten, dann teilen Sie mir dies bitte vor Behandlungsbeginn mit.
  • Liebe Patientinnen : bitte teilen Sie mir den Termin Ihrer Menstruation mit, damit wir den Behandlungszeitpunkt danach ausrichten können. Denn kurz vor- oder während der Menstruation ist die Egeltherapie ungeeignet.
  • Sollten geplante Operationen oder Zahnextraktionen anstehen, so teilen Sie mir dies bitte auch mit.
  • Neigen Sie zu übermäßiger Narbenbildung? Geben Sie mir darüber bitte Bescheid.
  • Informieren Sie mich bitte über Ihre bereits durchgemachten / bestehenden Infektionskrankheiten.
  • Teilen Sie mir auch bitte die Einnahme aller (z.B. Blutdruck senkender-) Medikamente mit, damit ich die Anzahl der möglichen Blutegel korrekt bestimmen kann. Bringen Sie ggf. die Verpackungen der Medikamente mit.
  • Haben Sie eine Pflaster-Allergie? Lassen Sie es mich bitte wissen.

Absolute Kontraindikationen

Es gibt Situationen, in denen eine Egeltherapie zwingend ungeeignet für einen Patienten ist. Folgende Ausschlusskriterien kommen hier in Frage:

Die Blutegeltherapie darf nicht angewendet werden bei ….

  • angeborener oder erworbener Bluterkrankheit (Hämophilie)
  • gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Substanzen, die den Quick,- und INR-Wert (Blutgerinnungswerte) erheblich senken: Coumarine & Heparine(z.B. vom Cumarin-, Phenprocoumon- oder Clopidogreltyp = "Marcumar" u.a.)
  • schwere Blutarmut (Anämie) bzw. Knochenmarksupression(die Unterdrückung der Blutbildung im Knochenmark von roten- und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen)
  • erosiver Magenschleimhautentzündung (erosive Gastritis), Magenblutung (gastrointestinale Blutungen) und Magengeschwür mit Blutungsneigung (Ulcus ventriculi)
  • Infektionskrankheiten im akuten Stadium und Fieber
  • schwerwiegende instabile Organerkrankungen
  • künstlicher, medikamentöser Unterdrückung von Immunreaktionen (Immunsuppression), sehr starker Allergieneigung (ausgeprägter allergischer Diathese) und speziellen Eiweißallergien
  • bekannten Allergien gegen z.B. Inhaltsstoffe des Speichels der Blutegel
  • Neigung zu Blutungen (hämorrhagische Diathese)
  • überschießender Bindegewebsvermehrung/Narbenbildung ( Keloidbildung)
  • fortgeschrittener Lebererkrankung
  • schwerem Krebsleiden
  • starker Immunschwäche (z.B. Aids, Chemotherapie, Dialyse, etc.)
  • .... hier ist die Blutegeltherapie für Sie leider nicht geeignet!

Relative Kontraindikationen

  • Acetylsalicylsäurehaltige Arzneimittel( z.B. ASS 100, Aspirin, u.a.), hochdosierte Enzympräparate, hochdosiertes Fischöl sowie Vitamin C Infusionen müssen drei Tage vor (nach Rücksprache mit Ihrem Arzt - und nur dann!!!) der Behandlung abgesetzt werden und dürfen 2 Tage nach der Behandlung wieder angesetzt werden.
  • Leiden Sie unter stärkerer Blutarmut (Anämie) ist die Egeltherapie vorerst auch nicht für Sie geeignet (erst, wenn der HB-Wert wieder im Normbereich- und der Eisenspeicher wieder aufgefüllt ist).
  • Werden Sie zum Zeitpunkt der geplanten Egeltherapie mit quecksilberhaltigen Medikamenten behandelt, ist die Therapie für diesen Zeitpunkt ungeeignet für Sie.

Wechselwirkungen

Bislang sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt.

Begleiterscheinungen / Nebenwirkungen

Quelle : Biebertaler Blutegelzucht

Sehr häufig (> 1/10)

  • ...kann ein lokaler Schmerz bis zu 5 Minuten auftreten, der sich wie ein kleiner Stich einer dünnen Kanüle, ein leichter Stromstoß oder das Brennen einer Brennnessel anfühlen kann.
  • ...können die Ränder der dreizackigen Biss-Wunde, verbunden mit leichtem Spannungsgefühl, anschwellen. Dies kann i.d.R. 12 - 48 Stunden anhalten.
  • ...kann ein lokaler Juckreiz einige Stunden nach der Egeltherapie für 2-3 Tage auftreten.
  • ...können rot-violette Verfärbungen der Bissränder, die später gelblich werden für bis zu 2 Wochen anhalten ( Hämatom = "blauer Fleck").
  • ...können die regionalen Lymphknoten anschwellen.

Häufig ( > 1 / 100 )

  • ...können stärkere Nachblutungen mit begleitendem Abfall des Hämoglobinwertes auftreten.
  • ...können eng lokalisierte Entzündungen mit teilweise papulösen Erhebungen der Bissstelle - begleitend mit Juckreiz - auftreten.
  • ...lokal begrenzte allergische und allergieähnliche Symptome auftreten.
  • ...kann ein mehrtätiges Anschwellen des Behandlungsareals bei Ansetzen an den Extremitäten (Beine, Arme) auftreten.

Gelegentlich ( > 1 / 1000 )

  • ...kann ein starker Blutdruckabfall (aufgrund Kreislaufdepression und vasovagaler Reaktion) auftreten.

Selten ( > 1 / 10000 )

  • ...können ausgeprägte lokale Entzündungen, z.B. Wundrose (Erysipel), Entzündungen der Lymphbahnen (Lymphangitiden) auftreten. Hier empfiehlt sich als Gegenmittel : Cephalosporine der 3. Generation, bzw. Gyrasehemmer.

Sehr selten (< 1 / 10000 )

  • ...kann eine Arthropodenreaktion auftreten.
  • ...kann eine systemische Infektion mit Sepsis, z.B. durch Sekundärinfektion der Wunde(verschiedene Erreger möglich) oder durch Primärinfektionen mit Aeromonas hydrophila oder Aeromonas veronii biovar sobria auftreten. Hier empfiehlt sich als Gegenmittel : begleitende Antibiose mit Cephalosporinen der 3. Generation bzw. Gyrasehemmern.
  • transfusionsbedingter Blutverlust.

Wichtige Information: aus familiären Gründen muss ich meine Praxis bis auf weiteres schließen.

Leider kann ich bis auf weiteres keine neuen Patienten mehr annehmen und auch keine Fragen beantworten.

Viele Grüße
Ihre Heike Berner-Walz